Leadbelly – „Leavin' Blues“ (Workshop - Best of Bluescafé IV)

1950 spielte Pete Seeger in einer Band namens The Weavers und landete einen Riesenhit mit einem Song von Leadbelly. Der war ein knappes Jahr zuvor gestorben – also bevor die Weavers zwei Millionen Platten von „Goodnight Irene“ verkauften. Die Tantiemen hätten dem guten Leadbelly einen angenehmen Ruhestand garantiert, wäre ihm der Sensenmann nicht dazwischengekommen.

Die Tantiemen hätten dem guten Leadbelly einen angenehmen Ruhestand garantiert, wäre ihm der Sensenmann nicht dazwischengekommen. Aber ganz so schlecht war sein „zweites Leben“ ja dann doch nicht verlaufen ...

Angefangen hatte es wie die Standardbiographie eines schwarzen Bluesers. Feldarbeit im Süden, brutale Unterdrückung, Gewalt war an der Tagesordnung – es dauerte nicht lange, und Leadbelly saß 1918 zum ersten Mal im Knast, wegen Totschlags. Er schaffte es, sich nach ein paar Jahren mit einem Song die Begnadigung zu ersingen, und fuhr 1930 zum zweiten Mal ein. Diesmal wegen versuchten Totschlags.

Auch diesmal schaffte er es, den Gouverneur mit einem Lied zu erweichen, und der Volksliedforscher John Lomax verhalf ihm zu einer zweiten Begnadigung. Das dürfte ein ziemlich seltener Fall in den Südstaaten gewesen sein. Leadbelly beendete sein wildes Leben im Süden und zog mit John und dessen Sohn Alan nach New York, wo er für die beiden als Chauffeur arbeitete.

Wohnzimmerkonzerte

In den vierziger Jahren begann sich in New York eine linke Szene zu entwickeln, die Bluesern wie Josh White, Leadbelly oder Sonny Terry zumindest halbwegs das Überleben sicherte. In den Blueslokalen wurde eher elektrischer Blues von Muddy Waters oder Howlin' Wolf verlangt. Und mit Plattenaufnahmen war schon gar kein Geld zu verdienen. Also blieben noch Konzerte in Schulen, in Kirchen oder eben bei den Wohnzimmerkonzerten der wohlhabenden Linken von New York.

Leadbelly machte – Gott sei Dank, muss man sagen – noch viele Aufnahmen bis zu seinem Tod im Jahre 1949, die ihm zwar kein Geld, dafür aber posthum ziemlichen Ruhm einbrachten. Seine Songs wurden zu Hits für Nirvana („Black Gal“ aka „Where Did You Sleep Last Night“), Lonnie Donegan („Rock Island Line“), Ram Jam („Black Betty“), Rory Gallagher („As the Crow Flies“), und die Liste mit Versionen von Leadbellys „Midnight Special“ ist schier endlos ...

Den kompletten Workshop zu Leadbellys „Leavin`Blues“ mit allen Noten/TABs sowie Rainer Wöfflers Erklärungen zu Spieltechnik und Feeling findet ihr im guitar-acoustic-Sonderheft Best of Bluescafé IV!

Das gibt's zum einen direkt bei uns im Online-Shop zu bestellen oder im Zeitschriftenhandel eures Vertrauens. Wer sich mit letzterem schwer tut, dem legen wir nahe, mal bei MYKIOSK vorbei zu schauen, wo ihr schnell und übersichtlich alle Händler in eurer Nähe findet, die unser Best of Bluescafé IV im Angebot haben.

Noch mehr Blues für 2018 findet ihr in unserem Wandkalender mit Blueshelden wie Muddy Waters, Son House und vielen mehr!

Huddie Ledbetter alias Leadbelly (Foto: March of Time/The LIFE Picture Collection)

Huddie Ledbetter alias Leadbelly