Interview: Israel Nash - Grillen durchs Delay gejagt

Das fünfte Album des Singer-Songwriters und Gitarristen Israel Nash verbindet das Americana- und Folk-Verständnis von Neil Young mit dem britischen Experimentierwillen der Beatles: Lifted gibt sich songdienlich geerdet und zugleich klanglich abgehoben …

 

Israel, wie würdest du selbst die bisherige Entwicklung vom klassischeren Singer-Songwriter-Folk deines 2009er Debüts New York Town zum breiter aufgestellten Sound von Lifted beschreiben?

Israel Nash
: Rein von der Songschreiber-Perspektive aus gesehen, sind die Sachen auf
Lifted mit meinem früheren Material immer noch stark verbunden, da sie weiterhin meine Beobachtungen und Beschreibungen der Welt um mich herum darstellen. Aber dadurch, dass ich nun mein eigenes Studio besitze und mich in den vergangenen fünf Jahren als Produzent weiterentwickelt habe, hat sich klanglich einiges verändert. Mein Ziel war es, das Studio als zusätzliches Instrument zu nutzen. Ich wollte eine Platte machen, in der sich der Hörer verlieren kann.

Erzähl uns ein bisschen mehr über dein neues Tonstudioreich…

Während der letzte Platte befand sich das Studio noch im Aufbau, und es ist nun erst seit anderthalb Jahren im vollen Einsatz. Ich wohne direkt um die Ecke, 50 Fuß entfernt, und kann dort jederzeit innerhalb von ein paar Minuten eine Aufnahme-Session starten. Das ist sehr komfortabel. Ich nenne das den „Vom-Bauernhof-direkt-auf-den-Tisch“-Ansatz. Ich kann hier eine neue Song-Idee sofort einspielen und sie am nächsten Tag der Welt vorstellen. Das hat meinen gesamten Arbeitsansatz komplett umgekrempelt.

Für viele Künstler ist der Aufnahmeprozess immens aufwendig: Man muss sich in ein teures Studio einmieten, fühlt sich von den großen Namen, die dort eventuell schon aufgenommen haben, und der teuren Technik eingeschüchtert und steht zudem immer enorm unter Zeitdruck.

Wenn das Studio aber nicht mehr dieser entfernte, fremde Ort ist, sondern zu deinem Alltag gehört wie deine Gitarre, geht man die Dinge ganz anders an. Der ganze Prozess eines Songs von der ersten Idee bis zur Aufnahme wird viel unmittelbarer. 
Das hat für mich dazu geführt, dass ich nunmehr ständig komponiere und aufnehme. Ich habe jetzt schon genug Stoff für die nächste Platte.

Auf den Vorgängeralben Rain Plans und Silver Season nahm Psychedelic schon einen größeren Raum ein, auf Lifted ist der Batik-Faktor noch dominanter. Wie definierst du psychedelische Musik?

Psychedelische Musik ist ein weiter Begriff. Der kann von Can bis zu einer Band wie Love oder der San-Francisco-Folk-Szene reichen. Andere wiederum nennen 
Sgt. Pepper von den Beatles als psychedelisches Paradebeispiel. Für mich zeichnet sich psychedelische Musik dadurch aus, dass sie die Seele berührt. 

Ebenso faszinieren mich dabei auch all diese ungewöhnlichen Sounds und Klänge, die einen überraschen. Das klangliche Experiment ist essentiell. So war es zumindest bei meinem neuen Album. Ich habe für 
diese Platte viele Außenaufnahmen im Sinn des klassischen Field-Recording-Ansatzes gemacht: das Geräusch von Blättern im Wind, brechende Äste, Regenfall, der Klang der Frösche, die an meinem Teich sitzen – solche Sachen. Diese ganzen Sounds habe ich dann in ein Midi-Keyboard geladen, und sie waren per Tastendruck verfügbar …

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