BAP – Lust auf Abenteuer




Wolfgang Niedecken begleitet seine Songs mit gängigen Akkorden. Er selbst versteht sich in erster Linie nicht als Gitarrist, sondern als Sänger und Storyteller. Auf der aktuellen BAP-Tour greift Ulrich Rode gehörig in die Gitarrensaiten. Aber nicht nur das: Abgesehen von den klassischen Streichinstrumenten, für die seine Frau Anne de Wolff zuständig ist, bedient „Ulle“ so ziemlich jedes Instrument, auf das man Saiten ziehen kann. 



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Worin besteht die Herausforderung, wenn man die Akustikversion eines BAP-Klassikers erarbeitet?

Ulrich Rode: Wir wollten uns nicht einfach nur hinsetzen und die Songs auf zwei Akustikgitarren nachspielen. Vielmehr ging es darum, erst mal herauszufinden, welche Kernidee hinter jedem Song steckt. Unser Anspruch bestand darin, das Besondere herauszuarbeiten und dabei darauf zu achten, dass die Musik immer noch mit dem Text in Einklang steht. Der Sound sollte etwas moderner werden.



Welche Versionen der Songs dienten dir als Vorlage?


Ich habe mir zunächst die Originale angehört. Viele der Songs sind in den Achtzigern entstanden und haben deshalb eine entsprechende Klangästhetik. Der Song „Lisa“ ist ursprünglich sehr keyboardlastig. In der Mitte gibt es einen Soloteil, der auch von Nik Kershaw hätte sein können – fett produziert und vom Sound her sehr dicht. Typisch für eine Produktion dieser Zeit. 

Wir setzen den Song mit Metallophon, Orgel und einer ostinaten Gitarrenfigur [Bsp. 1] um. Das Metallophon spielt die Melodie, die im Original vom Keyboard kommt. Der Refrain ist stark reduziert und besteht aus gehaltenen Akkorden. Dadurch entsteht eine schöne, schwebende Atmosphäre. 

Oft setze ich einen Kapo ein und spiele offene Akkorde, bei denen sich ein Ton als Pedalton wiederholt. Die None oder die #11 sorgen für schwebende Sounds.



Wie sind Wolfgangs [Niedecken] und deine Gitarrenparts aufeinander abgestimmt?


Das hängt davon ab, was der Song braucht. Manchmal spielt Wolfgang gar keine Gitarre. Für „Neppes, Ihrefeld un Kreuzberg“, einen Song vom allerersten BAP-Album, haben wir ein Arrangement gefunden, bei dem Wolfgang mit Standardakkorden begleitet. 

Meine Gitarrenlinie in der Strophe [Bsp. 2] ist eine gute Ergänzung zu den Echoakkorden vom Klavier. Im Refrain gehen wir in einen Train-Shuffle über, was traditionell und nach Country klingt.



„Für ’ne Moment“ ist ein weiteres Beispiel für offene Voicings und Pedaltöne …


Ja, dadurch klingen Akkorde einfach interessanter. Den Song spiele ich mit Kapo im fünften Bund. Als Pedalton klingt das G im achten Bund auf der H-Saite [Bsp. 3].



Wie schlägst du die Saiten mit der rechten Hand an?

Oft kombiniere ich Plektrum und Finger, eine Technik, die man bei vielen Country-Gitarristen findet. Bei „Rääts un links vum Bahndamm“ läuft auf den tiefen Saiten die ganze Zeit ein Wechselbass durch, den ich mit dem Plektrum spiele. Mit Mittel- und Ringfinger spiele ich zusätzlich die hohen Saiten [Bsp. 4]

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weiter geht’s in guitar acoustic 5/14!



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